Therese Artner
Amor schreibt in Männerherzen
Mit der Kreide leichtem Zug;
Was daran vorüber schwebet,
Tilgt die Innschrift leicht genug.
Aber in der Weiber Herzen
Gräbt er, wie in festen Stein,
Mit dem Griffel und mit Schwärze
Den Geliebten Namen ein.
So, verwittert auch die Farbe,
Muß die tiefgeprägte Narbe
Dennoch ewig sichtbar seyn.
Quelle: gedichte.xbib.de
Feuerzauber - 3. Feb, 07:19
Khalil Gibran
Der Geist offenbart sich
durch die Blicke und die Worte.
Denn die Seele ist unsere Bleibe,
unsere Augen sind ihre Fenster
und unsere Lippen ihre Boten.
Quelle: gedichte.xbib.de
Feuerzauber - 1. Feb, 07:46
Hermann Ludwig Allmers
Hast du noch nie recht bitterlich geweint,
das glühende Tränen dir hervorgedrungen,
noch nie mit einem großen Schmerz gerungen,
noch nie unsäglich elend dich gemeint?
Hat hohe Freude nie dein Herz geschwellt,
durchbrausten nie dich stolze Jubelklänge,
das du fast meintest, deine Brust zerspringe,
und dass du seist der Seligste der Welt?
Wenn solche Schauer nimmer dich durchbebt,
hast du die Feuertaufe nicht bekommen,
des Daseins Strahlenhöhen nicht erklommen,
und sage nicht, du habest schon gelebt.
Quelle: gedichte.xbib.de
Feuerzauber - 31. Jan, 06:54
Theodor Fontane
Nicht Glückes bar sind deine Lenze,
Du forderst nur des Glücks zu viel;
Gib deinem Wunsche Maß und Grenze,
Und dir entgegen kommt das Ziel.
Wie dumpfes Unkraut laß vermodern,
Was in dir noch des Glaubens ist:
Du hättest doppelt einzufordern
Des Lebens Glück, weil du es bist.
Das Glück, kein Reiter wird's erjagen,
Es ist nicht dort, es ist nicht hier;
Lern' überwinden, lern' entsagen,
Und ungeahnt erblüht es dir.
Quelle: gedichte.xbib.de
Feuerzauber - 30. Jan, 07:37
Friedrich Halm
Es trifft Freude, trifft Schmerz
mit Pfeilen beide unser Herz.
Doch Freude trifft nur wie zum Spiel,
der Bolzen haftet nicht am Ziel.
Des Schmerzes Pfeil, den der durchdrang,
der schleppt ihn nach sein Leben lang.
Quelle: gedichte.xbib.de
Feuerzauber - 29. Jan, 05:18
Auguste Kurs
Es löst sich Herz vom Herzen
So ganz unmerklich ab,
Es sinkt fast ohne Schmerzen
Die Lieb' ins tiefe Grab.
Es sinkt ja manche Blüthe
Im heißen Sonnenlicht,
Die eben freudig glühte -
Warum die Liebe nicht?
Die Blüthe hebt sich wieder
Wenn milde Lüfte wehn -
Doch sank die Liebe nieder,
Wird nimmer sie erstehn!
Quelle: gedichte.xbib.de
Feuerzauber - 28. Jan, 06:55
Auguste Kurs
Es findet manches gute Wort
Wohl nicht die gute Statt,
Doch glaube Keiner, daß er dann
Umsonst gesprochen hat.
Die Worte, die in's Menschenherz
Nicht aufgenommen sind,
Man nennt sie wohl mit Fug und Recht
Nur Worte in den Wind.
Doch sind sie nicht verloren, nein,
Es trägt der Wind sie fort,
Auf seinen Flügeln schweben sie
Gar leicht von Ort zu Ort.
Sie suchen dann in Nord und Süd,
Und auf und niederwärts,
Den Weg in eines Menschen Ohr,
In eines Menschen Herz.
Wenn beide offen und bereit,
Und wenn wir einsam sind,
Dann finden sie die rechte Statt,
Die Worte in den Wind.
Und so vernehmen wir denn oft,
Was uns kein Mund gesagt,
So führt uns zu des Windes Hauch,
Wonach wir lang' gefragt.
Quelle: gedichte.xbib.de
Feuerzauber - 27. Jan, 09:40
JimPfeffer - 6. Jan, 22:54
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Erst der dunkle Weg
lässt uns sicher erkennen,
woher das Licht kommt.
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Feuerzauber - 4. Nov, 11:33